EstrichlegerListe
Nahaufnahme einer aufgeschlagenen Wörterbuchseite, Symbolbild für das Glossar der Fachbegriffe rund um Estrichleger

Glossar

Wer einen Estrich in Auftrag gibt, liest im Angebot Wörter wie Belegreife, CM-Messung oder Funktionsheizen. Jeder dieser Begriffe ist in ein bis zwei Sätzen erklärt, mit der Quelle, auf die sich die Erklärung stützt.

17 Begriffe

Estrich

Estrich ist die Schicht aus Estrichmörtel, die auf der Baustelle direkt auf dem Untergrund oder auf einer Trenn- beziehungsweise Dämmschicht verlegt wird. Er verteilt Lasten, gleicht Höhenunterschiede aus und schafft die ebene Grundlage für den Bodenbelag. Die deutschen Anwendungsregeln stehen in DIN 18560, die Eigenschaften der Estrichmörtel in DIN EN 13813.

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Zementestrich (CT)

Zementestrich, nach DIN EN 13813 mit dem Kurzzeichen CT, ist ein Estrichmörtel aus Zement, Sand und Wasser mit Korngrößen meist bis 8 Millimeter. Unbeheizt gilt er ab 2,0 CM-Prozent Restfeuchte als belegreif, als Heizestrich bereits ab 1,8 CM-Prozent. Er ist die im Neubau am häufigsten verwendete Estrichart.

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Calciumsulfatestrich (Anhydritestrich, CA)

Calciumsulfatestrich ist ein Estrichmörtel, der Calciumsulfathalbhydrat oder wasserfreies Calciumsulfat als Bindemittel verwendet; umgangssprachlich heißt er deshalb Anhydritestrich, nach dem Mineral Anhydrit, wasserfreiem Calciumsulfat. Er lässt sich als Fließestrich großflächig bis 1000 Quadratmeter ohne Bewegungsfugen einbringen und gilt seit der überarbeiteten DIN 18560-1 unabhängig von Beheizung bei 0,5 CM-Prozent Restfeuchte als belegreif. Er ist nicht wasserfest und darf in Nassräumen nicht ungeschützt bleiben.

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Fließestrich

Fließestrich ist ein Estrichmörtel, der sich durch seine Konsistenz selbst verläuft und dadurch schneller und mit weniger Aufwand eingebracht werden kann als klassischer Zementestrich. Er besteht meist auf Calciumsulfatbasis (CAF) und wird mit einer Pumpe direkt aus dem Fahrmischer in den Raum gefördert.

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Heizestrich

Heizestrich ist ein Estrich, der Heizelemente einer Fußbodenheizung enthält und beim Betrieb warm wird. Die Norm unterscheidet drei Bauarten: Heizrohre im Estrich selbst (Bauart A), in der Dämmschicht darunter (Bauart B) oder in einem eigenen Ausgleichsestrich (Bauart C). Vor der Erstbelegung ist ein dokumentiertes Aufheizen nach DIN EN 1264-4 vorgeschrieben.

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Trockenestrich

Trockenestrich besteht aus vorgefertigten Platten, die auf der Baustelle verklebt und verschraubt statt gegossen werden. Weil kein Wasser eingebracht wird, entfällt die wochenlange Trocknungszeit nasser Estriche fast vollständig, der Boden ist meist am selben Tag begehbar. Trockenestriche zählen normativ zu den Sonderkonstruktionen und sind nicht in DIN 18560 geregelt.

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Verbundestrich

Verbundestrich wird direkt auf den tragenden Untergrund aufgebracht und geht mit ihm eine kraftschlüssige Verbindung ein, ohne trennende Zwischenschicht. Die Nenndicke bleibt dadurch gering, meist bis 50 Millimeter, bei Gussasphaltestrich zwischen 20 und 40 Millimetern. Diese Bauart eignet sich vor allem dort, wo die Aufbauhöhe knapp ist.

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Estrich auf Trennschicht

Bei Estrich auf Trennschicht trennt eine dünne Lage, etwa eine Folie, den Estrich mechanisch vom tragenden Untergrund. Sie ermöglicht eine spannungsfreie Bewegung des Estrichs gegenüber dem Untergrund, ohne dessen Dämmwirkung. Verwendet wird sie vor allem, wenn der Untergrund selbst uneben oder nicht ausreichend tragfähig für einen Verbund ist.

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Schwimmender Estrich (Estrich auf Dämmschicht)

Schwimmender Estrich liegt auf einer Dämmschicht und wird an Wänden und aufgehenden Bauteilen durch Randdämmstreifen begrenzt, sodass er weder Untergrund noch Wände berührt. Der Aufbau kombiniert meist eine druckfeste Wärmedämmung unten mit einer weicheren Trittschalldämmung direkt unter dem Estrich. Diese Bauart verbessert Wärme- und Schallschutz zugleich und ist im Wohnungsbau die Regelausführung.

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Belegreife

Belegreife bezeichnet den Zustand eines Estrichs, in dem seine Abbinde- und Trocknungsreaktionen so weit fortgeschritten sind, dass ein Bodenbelag schadens- und mangelfrei aufgebracht werden kann. Geprüft wird sie meist über die CM-Messung, die Restfeuchte in CM-Prozent angibt. Bis zur Belegreife vergehen je nach Estrichart und Raumklima mehrere Tage bis Wochen.

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CM-Messung

Die CM-Messung, benannt nach der Calciumcarbid-Methode, ist das normativ anerkannte Verfahren, um die Restfeuchte eines Estrichs vor Ort zu bestimmen. Eine zerkleinerte Probe reagiert in einer geschlossenen Druckflasche mit Calciumcarbid zu Ethingas, dessen Druck am Manometer abgelesen und in CM-Prozent umgerechnet wird. Das Ergebnis entscheidet, ob ein Estrich belegreif ist.

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Restfeuchte-Grenzwerte

Die Restfeuchte-Grenzwerte legen fest, ab welchem CM-Prozent-Wert ein Estrich als belegreif gilt. Zementestrich muss unbeheizt höchstens 2,0, beheizt höchstens 1,8 CM-Prozent Restfeuchte aufweisen, Calciumsulfatestrich unabhängig von der Beheizung höchstens 0,5 CM-Prozent. Der Wert für beheizten Calciumsulfatestrich wurde mit der überarbeiteten DIN 18560-1 von 0,3 auf 0,5 CM-Prozent angehoben.

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Funktionsheizen

Funktionsheizen ist das kontrollierte, stufenweise Aufheizen eines frisch verlegten Heizestrichs nach DIN EN 1264-4. Es dient dem Nachweis der technischen Funktion der Fußbodenheizung und lässt sich mit dem Belegreifheizen verbinden, das dem Estrich die zur Belegung nötige Restfeuchte entzieht. Ohne ein dokumentiertes Protokoll fehlt dem nachfolgenden Bodenleger der Nachweis über den Zustand des Estrichs.

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Aufheizprotokoll

Das Aufheizprotokoll dokumentiert Datum, Vorlauftemperatur und Dauer jeder Phase des Funktionsheizens eines Heizestrichs. Es ist der Nachweis, dass die Fußbodenheizung vor der Verlegung des Bodenbelags fachgerecht in Betrieb genommen wurde, und die Grundlage, auf der Bodenleger und Fliesenleger die Belegreife und den Zustand des Estrichs beurteilen. Ausgestellt wird es vom Heizungsbaubetrieb.

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Randdämmstreifen

Randdämmstreifen trennen den Estrich an Wänden, Türzargen und Rohrleitungen von den aufgehenden Bauteilen, damit er sich frei bewegen und ausdehnen kann, ohne Spannungen aufzubauen. Bei Heizestrich sind mindestens 5, besser 10 Millimeter Dicke wegen der zusätzlichen Wärmeausdehnung üblich. Fehlt der Streifen oder wird er beim Fliesenlegen überdeckt, drohen Risse und Schallbrücken.

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Dehnungsfuge (Bewegungsfuge)

Dehnungsfugen unterteilen große Estrichflächen und liegen an Querschnittseinschnürungen und Innenecken, damit Spannungen aus Schwinden, Temperatur und Belastung sich abbauen können, statt den Estrich unkontrolliert reißen zu lassen. Sie dürfen nicht starr geschlossen werden, sondern brauchen ein elastisches Fugensystem, das die Bewegung dauerhaft zulässt. Zementestrich wird deshalb in Feldern von höchstens 36 Quadratmetern verlegt.

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Estrichdicke (Nenndicke)

Die Nenndicke eines Estrichs richtet sich nach seiner Verlegeart: Verbundestrich bleibt meist unter 50 Millimetern, schwimmender Estrich auf Dämmschicht braucht je nach Zusammendrückbarkeit der Dämmung und Gewicht des Belags in der Regel 30 bis 45 Millimeter, unter keramischen Belägen bei Calciumsulfatestrich mindestens 40 Millimeter. Zu dünn ausgeführter Estrich verliert an Tragfähigkeit und neigt stärker zu Rissen.

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