Estrich selber machen spart etwa 770 Euro
Wer den Estrich selbst einbaut, spart vor allem den Lohn des Betriebs. Ein Preisvergleich rechnet für ein Zimmer mit 30 Quadratmetern, schwimmendem Estrich und Trittschalldämmung mit etwa 830 Euro in Eigenleistung, inklusive Gerätemiete. Ein Fachbetrieb verlangt für dieselbe Arbeit etwa 1.600 Euro. Die Ersparnis von etwa 770 Euro ist genau der Lohnanteil.
Bei 30 Quadratmetern kostet Estrich in Eigenleistung etwa 830 Euro, vom Fachbetrieb etwa 1.600 Euro. Das Material allein kostet bei 4 Zentimeter Dicke 13 bis 26 Euro je Quadratmeter. Sackware kostet nämlich 4 bis 8 Euro je 25-Kilo-Sack, und Sie brauchen etwa 3,2 Säcke je Quadratmeter.
| Was verglichen wird | Selbst gemacht | Fachbetrieb |
|---|---|---|
| Gesamtkosten für 30 Quadratmeter | etwa 830 Euro mit Gerätemiete | etwa 1.600 Euro |
| Sackware je 25-Kilo-Sack | 4 bis 8 Euro | im Gesamtpreis enthalten |
| Material je Quadratmeter bei 4 Zentimeter Dicke | 13 bis 26 Euro | im Gesamtpreis enthalten |
| Arbeitszeit für Sie | etwa 25 bis 35 Minuten je Quadratmeter, bei 30 Quadratmetern rechnerisch 12,5 bis 17,5 Stunden | keine |
| Garantie auf die Arbeit | keine, Fehler beheben Sie auf eigene Kosten | Mängel dürfen Sie noch 5 Jahre nach der Abnahme melden |
Rechnen Sie dabei Ihre eigene Zeit mit, denn sie kostet Sie auch etwas. Ein Beispiel aus dem Hausbau zeigt, wie viel Arbeit in Eigenleistung steckt. Bauherren in Leipzig sparten bei einem Haus für 218.000 Euro rund 16.000 Euro, mussten dafür aber 476 Stunden auf der Baustelle arbeiten. Das sind rund 34 Euro je Stunde. Was der Fachbetrieb für Ihren Estrich verlangt, steht im Artikel Preise je Quadratmeter beim Fachbetrieb.
Wann lohnt sich Estrich selber machen?
Estrich selber machen lohnt sich nach dem Preisvergleich nur bei kleinen Flächen unter 20 Quadratmetern mit einfachem Grundriss. Bei größeren Flächen sprechen Qualität, Tempo und Garantie des Fachbetriebs eher für den Profi.
Ob Sie den Estrich selbst einbauen können, hängt auch von der Estrichart ab. Trockenestrich besteht aus Platten, die Sie verlegen, statt Mörtel anzurühren. Zwei Ratgeber halten ihn deshalb auch für geschickte Laien für machbar. Wer die Platten zu eng verlegt, bekommt aber schnell einen welligen Boden.
Nassen Zementestrich auf einer Trennschicht beschreibt ein Heimwerker-Ratgeber ebenfalls, allerdings mit Vorbehalt: Estrich ist schwer, nass und muss fehlerfrei eingebaut werden, sonst gibt es später Probleme. Fließestrich ist nach einem anderen Ratgeber eher etwas für Profis. Heizestrich schließt der Heimwerker-Ratgeber ausdrücklich aus seiner Anleitung aus.
Auch das Werkzeug hängt von der Fläche ab. Für kleine Flächen reichen ein Mischer und Eimer, für große brauchen Sie Mischmaschinen und besondere Pumpen.
Diese Risiken tragen Sie dann selbst
Bei Eigenleistung gibt es keine Garantie. Zeigt sich später ein Mangel, beheben Sie ihn auf eigene Kosten. Bei einem Fachbetrieb dagegen dürfen Sie Mängel noch fünf Jahre nach der Abnahme melden.
Schwieriger wird es, wenn andere Handwerker auf Ihrem Estrich weiterbauen. Ist der Estrich mangelhaft, kann der Fliesenleger oder Bodenleger nicht anfangen, und Sie tragen die Wartezeit. Zeigt sich nach einem Jahr ein Schaden und lässt sich nicht klären, ob Ihr Estrich oder die Arbeit des Handwerkers schuld ist, können Ansprüche gegen den Handwerker entfallen. Klären Sie deshalb schriftlich, wer wofür verantwortlich ist.
Ein Fehler kostet außerdem doppelt. Estrich lässt sich nur mit großem Aufwand wieder entfernen, und das Entfernen samt Entsorgung kostet nach einem Preisvergleich 15 bis 30 Euro je Quadratmeter. Dazu kommt der neue Estrich.
Helfer, die Sie auf die Baustelle holen, müssen Sie bei der Berufsgenossenschaft Bau anmelden. Für die Sicherheit auf der Baustelle sind ebenfalls Sie zuständig.
So bauen Sie schwimmenden Zementestrich selbst ein
Ein schwimmender Estrich liegt auf einer Dämmung und hat keine feste Verbindung zu Wänden und Rohboden. So gehen Sie Schritt für Schritt vor:
Untergrund vorbereiten
Säubern Sie den Rohboden gründlich. Ist mit Bodenfeuchte zu rechnen, legen Sie eine Feuchtigkeitssperre aus Folie und ziehen sie an den Wänden hoch.
Randstreifen und Dämmung
Kleben Sie den Randdämmstreifen an die Wände und verlegen Sie die Dämmplatten für Trittschall und Wärme.
Schutzfolie abdecken
Decken Sie die Dämmung mit einer Schutzfolie ab, damit kein Wasser aus dem Estrich in die Dämmung läuft.
Lehren setzen
Setzen Sie Leisten oder Rohre als Höhenlehren, an denen Sie den Estrich später abziehen.
Estrich anmischen
Mischen Sie in einer Betonmischmaschine, im Verhältnis von Estrich und Wasser, das der Hersteller auf dem Sack angibt.
Einbringen und abziehen
Verteilen Sie den Estrich gleichmäßig, ziehen Sie ihn mit einer Abziehlatte ab und glätten Sie ihn. Die Dicke muss mindestens 45 Millimeter betragen. Holen Sie genug Helfer dazu.
Temperatur beachten
Arbeiten Sie nicht unter 5 Grad und nicht über 30 Grad, gemessen an Material, Untergrund und Luft. Schützen Sie den Estrich beim Trocknen vor Zugluft und zu großer Hitze.
Trocknen lassen
Danach braucht der Estrich Zeit zum Trocknen, bevor ein Belag darauf darf.
Wie lange der Estrich trocknen muss, steht im Artikel Trocknungszeit von Estrich je Estrichart.
Selber machen oder Fachbetrieb holen?
Ist die Fläche kleiner als 20 Quadratmeter und der Grundriss einfach?
Soll eine Fußbodenheizung oder ein Fließestrich eingebaut werden?
Holen Sie einen Fachbetrieb. Beide Estricharten sind nach Ratgebern eher etwas für Profis.
Bauen Sie Trockenestrich ein oder haben Sie Erfahrung mit nassem Estrich?
Dann ist Eigenleistung möglich. Klären Sie schriftlich mit dem nächsten Handwerker, wer wofür verantwortlich ist.
Holen Sie einen Fachbetrieb. Estrich lässt sich nur mit großem Aufwand wieder entfernen.
Holen Sie einen Fachbetrieb. Bei größeren Flächen sprechen Qualität, Tempo und Garantie für den Profi.
Häufige Fragen
Lohnt es sich, Estrich selber zu machen?
Estrich selber machen lohnt sich vor allem bei kleinen, einfachen Flächen unter 20 Quadratmetern. Bei 30 Quadratmetern schwimmendem Zementestrich spart Eigenleistung etwa 770 Euro, nämlich etwa 830 statt 1.600 Euro. Dafür entfällt die Garantie, und Fehler beheben Sie auf eigene Kosten.
Was kostet das Material, wenn ich Estrich selbst einbaue?
Das Material für Zementestrich kostet bei 4 Zentimeter Dicke etwa 13 bis 26 Euro je Quadratmeter. Sackware kostet 4 bis 8 Euro je 25-Kilo-Sack, und Sie brauchen etwa 3,2 Säcke je Quadratmeter. Dazu kommen Gerätemiete, Dämmung und Randdämmstreifen.
Welchen Estrich kann ein Laie selbst verlegen?
Ein geschickter Laie kann Trockenestrich aus Platten selbst verlegen, so raten zwei Ratgeber. Zementestrich auf Trennschicht ist bei kleinen Flächen machbar, verlangt aber Erfahrung. Fließestrich ist eher etwas für Profis, und Heizestrich schließt ein Heimwerker-Ratgeber ausdrücklich aus.
Habe ich Garantie, wenn ich den Estrich selbst einbaue?
Nein, bei Eigenleistung gibt es keine Garantie. Mängel beheben Sie auf eigene Kosten. Bauen andere Handwerker auf Ihrem Estrich weiter und lässt sich ein Schaden nicht eindeutig zuordnen, können außerdem Ansprüche gegen diese Handwerker entfallen.
Wie viel Arbeitszeit kostet es, Estrich selbst einzubauen?
Ein Hersteller nennt für die Verarbeitung von Estrich etwa 25 bis 35 Minuten je Quadratmeter und empfiehlt genug Personal auf der Baustelle. Bei 30 Quadratmetern sind das rechnerisch 12,5 bis 17,5 Stunden. Dazu kommen das Vorbereiten des Untergrunds und das Verlegen der Dämmung.
Muss ich Helfer beim Estrich einbauen versichern?
Ja, wer auf der eigenen Baustelle Helfer einsetzt, muss sie nach einem Ratgeber von t-online bei der Berufsgenossenschaft Bau anmelden. Für die Sicherheit auf der Baustelle sind ebenfalls Sie als Bauherr zuständig.
