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Estrich entfernen kostet 18 bis 35 Euro je Quadratmeter

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am

Estrich entfernen kostet 18 bis 35 Euro je Quadratmeter für Abbruch, Entsorgung und Kehren. Mit neuem Estrich kommen rund 50 bis 60 Euro zusammen. Zementestrich zählt als gewöhnlicher Bauschutt und kostet 30 bis 60 Euro je Tonne Entsorgung. Anhydritestrich besteht aus Gips, bleibt getrennt und kostet mit 80 bis 150 Euro je Tonne mehr.

Entsorgung sortenreiner Zementestrich
30 bis 60 Euro je Tonne
Containerdienst-Portal, Estrich entsorgen, Stand 1. Februar 2026
Entsorgung sortenreiner Anhydritestrich
80 bis 150 Euro je Tonne
Containerdienst-Portal, Estrich entsorgen, Stand 1. Februar 2026
Asbestgehalt in älteren Magnesitestrichen
0,5 bis 7 Prozent des Gewichts
LUBW, Steckbrief 25.2 Estriche, Stand 1. Januar 2017
Aufgebrochener Estrich und Schutt in einem entkernten Raum mit einem Abbruchhammer
Beim Entfernen bricht der Abbruchhammer den alten Estrich in Stücke, die als Schutt entsorgt werden. Bild: KI generiert.

Diese 4 Dinge bestimmen, was der Rückbau kostet

Wer alten Estrich herausnehmen lässt, zahlt für den reinen Abbruch mit Entsorgung und Kehren meist 18 bis 35 Euro je Quadratmeter. Das sind Richtwerte ohne Mehrwertsteuer. Lassen Sie danach neuen Estrich einbauen, kommen rund 50 bis 60 Euro je Quadratmeter zusammen. Je nach Anbieter und Umfang liegen Preisangaben auch höher. Kleine Flächen kosten je Quadratmeter mehr als große. Anfahrt, Gerätaufbau und Abtransport verteilen sich dann auf weniger Fläche.

  • Estrichart: Zementestrich lässt sich meist mit dem Presslufthammer oder der Fräse trennen, Anhydritestrich reagiert empfindlicher auf Erschütterung und wird oft in größeren Platten gelöst.
  • Bewehrung: Estrich mit Matten aus Stahl oder mit Fasern drin braucht Spezialgerät und mehr Arbeitszeit als Estrich ohne Bewehrung.
  • Zugang: Ein Keller ohne direkte Rampe zum Container verlangt zusätzlichen Schuttabtransport per Hand oder Förderband.
  • Untergrund: Muss die Dämmung darunter mit heraus, verdoppelt sich der Materialabtransport.

Ein Angebot ohne diese vier Angaben lässt sich nicht mit einer Preisspanne aus dem Internet vergleichen. Fragen Sie deshalb nach Estrichart, Bewehrung, Zugang und ob die Dämmung mitentfernt wird, bevor Sie zwei Angebote nebeneinanderlegen. Für die Containergröße rechnen Sie grob mit Fläche mal Estrichdicke. 50 Quadratmeter bei 6 Zentimeter Zementestrich ergeben etwa 3 Kubikmeter Schutt im gegossenen Zustand. Beim Herausbrechen zählen Sie 30 bis 50 Prozent mehr Volumen ein. Gestemmter oder gefräster Estrich fällt in unregelmäßigen Brocken an und liegt nicht mehr so dicht. Ob Sie alten Estrich sanieren oder erneuern sollten, hängt vom Schadensbild ab.

Zementestrich und Anhydritestrich müssen getrennt entsorgt werden

Zementestrich ohne Schadstoffe gilt als gewöhnlicher Bauschutt. Auf der Entsorgungsrechnung steht er oft als Kennziffer 17 01 01. Er lässt sich wie Betonbruch weiterverwerten. Anhydritestrich besteht aus Gips und zählt deshalb nicht als Bauschutt, sondern als eigene Abfallart mit der Kennziffer 17 08 02.

Der Grund liegt in der Chemie. Der Gips im Anhydritestrich reagiert mit Bestandteilen im recycelten Beton und macht ihn schlechter weiterverwertbar. Deshalb verlangen Entsorger, Zement- und Anhydritestrich beim Rückbau getrennt zu sammeln, auch wenn beide auf derselben Baustelle anfallen. Kommt beides zusammen in einen Container, kann die ganze Ladung als teurerer Mischabfall gelten.

Sortenreiner Zementestrich kostet in der Entsorgung 30 bis 60 Euro je Tonne, sortenreiner Anhydritestrich 80 bis 150 Euro je Tonne. Steckt Fremdmaterial wie Dämmung, Folien oder Holz im Schutt, sind es 150 bis 250 Euro je Tonne. Bei Asbestverdacht wird nach Einzelfall abgerechnet.

Kennziffern und Entsorgungskosten nach Estrichart. Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, Stand 1. Januar 2017; Containerdienst-Portal, Stand 1. Februar 2026.
EstrichartKennziffer auf der EntsorgungsrechnungKosten je TonneBesonderheit
Zementestrich, sortenrein17 01 01 (Beton)30 bis 60 Euroverwertbar als Baustoffrecyclingmaterial
Anhydritestrich (Gipsbasis), sortenrein17 08 02 (Baustoffe auf Gipsbasis)80 bis 150 Euromuss getrennt vom mineralischen Bauschutt bleiben
Estrich mit Fremdstoffen wie Dämmung, Folien oder Holz (Baumischabfall)17 09 04150 bis 250 Eurofällt an, wenn Fremdstoffe im Schutt stecken
Magnesitestrich mit Asbestverdacht17 06 05* (asbesthaltige Baustoffe)nach Einzelfall, Sonderabfallentsorgunggefährlicher Abfall, nur durch Fachfirma

Wohin mit ausgebautem Trockenestrich?

Trockenestrich aus Gipsfaser- oder Spanplatten wird beim Rückbau anders entsorgt als nasser Estrich. Er wurde ohne Wasser eingebaut und fällt meist als ganze Platte oder in großen Stücken an. Spanplatten gehören in die Altholzverwertung. Ohne Kleberreste kommen sie in die niedrigste Kategorie, mit Kleberresten oder anderen Anhaftungen in eine mittlere und mit teerhaltigen Resten in die strengste. Spanplatten mit aufgeklebten Fliesen gehen entweder in die Altholzverwertung oder in eine Müllverbrennungsanlage.

Gipsfaser- und Gipskartonplatten, bekannt unter Markennamen wie Fermacell, Knauf oder Rigips, gehen einen eigenen Weg für gipshaltige Abfälle. Sie werden getrennt von Spanplatten erfasst. Sind die Platten mit Mineralfaserdämmung verklebt, muss diese Dämmung mit in eine passende Verwertungsanlage. Fragen Sie beim Rückbau eines älteren Trockenestrichs deshalb gezielt nach dem Plattenmaterial. Spanplatte und Gipsfaserplatte dürfen nicht in denselben Container.

Baujahr vor 1993 verlangt eine Asbestprüfung

Magnesitestrich, eine heute seltene Estrichart auf Magnesiumbasis, kann 0,5 bis 7 Prozent seines Gewichts an Asbest enthalten. Verbaut wurde er überwiegend vor dem allgemeinen Asbestverbot von 1993. Estrich mit Asbestfasern gilt als gefährlicher Abfall und muss gesondert entsorgt werden, nicht über den normalen Bauschuttcontainer.

Ob tatsächlich Asbest im Estrich steckt, lässt sich nicht am Aussehen erkennen. Bei Baujahr vor 1993 und Verdacht auf Magnesitestrich zieht eine Fachfirma für Schadstoffsanierung eine Materialprobe. Erst wenn die Faserfreiheit geklärt ist, wird gebohrt, gefräst oder gestemmt. Wer stattdessen ungeprüft loshämmert, verteilt im schlechtesten Fall Asbestfasern im ganzen Haus. Auf einer Holzbalkendecke ist oft Trockenestrich im Altbau die leichtere Alternative zum nassen Estrich.

So läuft der Rückbau in 6 Schritten ab

So läuft ein Rückbau ab, wenn er sauber getrennt und ohne böse Überraschung bei der Entsorgungsrechnung enden soll.

  1. Baujahr und Estrichart klären: Bei Verdacht auf Magnesitestrich oder Baujahr vor 1993 zuerst eine Materialprobe auf Asbest ziehen lassen.
  2. Angebote einholen mit Estrichart, Fläche, Bewehrung und Zugang als festen Angaben, damit die Preise vergleichbar sind.
  3. Container oder Absackung bestellen, getrennt nach Zement- und Anhydritanteil, wenn beide Estricharten im Haus vorkommen.
  4. Abbruch durchführen, bei bewehrtem oder dickem Estrich mit Presslufthammer, Fräse oder Bagger je nach Fläche.
  5. Schutt sortieren und verwiegen lassen, damit die Rechnung nach tatsächlichem Gewicht und nicht nach geschätztem Volumen erfolgt.
  6. Rohboden abnehmen und bei gefährlichem Abfall einen Entsorgungsbeleg von der Fachfirma verlangen, der zeigt, wohin der Abfall gegangen ist.

Bei einem gewerblich genutzten Gebäude lohnt sich zusätzlich ein Entsorgungskonzept durch einen Sachverständigen. Dort kommen häufiger Schadstoffe aus der Nutzung vor als im privaten Wohnhaus. Im Wohnhaus reicht in aller Regel die Materialprobe vor dem Abbruch, gefolgt von der getrennten Sammlung nach Estrichart. Einen Entsorgungsbeleg verlangt nur, wer tatsächlich gefährlichen Abfall hat.

Wohin mit dem Estrichschutt?

Wohin darf der Estrichschutt?

Besteht ein begründeter Verdacht auf Asbest, etwa Magnesitestrich oder ein Baujahr vor 1993?

Ja

Vor jedem Abbruch eine Materialprobe durch eine Fachfirma für Schadstoffsanierung ziehen lassen. Bestätigt sich Asbest, gilt der Estrich als gefährlicher Abfall (Kennziffer 17 06 05*) und geht nur an eine zugelassene Sonderabfallentsorgung.

Nein

Ist der Estrich sortenrein, also nur Zementestrich oder nur Anhydritestrich, ohne Dämmung, Folien, Holz oder andere Fremdstoffe?

Ja

Zementestrich geht als Bauschutt (17 01 01) in den normalen Baustoffrecycling-Container, Anhydritestrich getrennt davon als Gipsabfall (17 08 02). Fragen Sie den Containerdienst vorab nach getrennten Containern.

Nein

Der Schutt gilt als Mischabfall (17 09 04) und kostet mit 150 bis 250 Euro je Tonne deutlich mehr als sortenreiner Abfall. Trennen Sie Dämmung, Folien und Holz vor dem Abtransport vom Estrich, damit nicht die ganze Ladung als Mischabfall zählt.

Häufige Fragen

Was kostet es, Estrich entfernen zu lassen?

Estrich entfernen kostet 18 bis 35 Euro je Quadratmeter für den reinen Abbruch inklusive Entsorgung und Kehren, das sind Richtwerte ohne Mehrwertsteuer. Mit neuem Estrich kommen rund 50 bis 60 Euro je Quadratmeter zusammen. Kleine Flächen kosten je Quadratmeter mehr als große, weil Anfahrt und Geräteaufbau sich auf weniger Fläche verteilen.

Warum darf Anhydritestrich nicht in den normalen Bauschuttcontainer?

Anhydritestrich besteht aus Gips, nicht aus Beton, und zählt deshalb zu einer eigenen Abfallart statt zum mineralischen Bauschutt. Vermischt mit Betonbruch kann der Gips die Qualität des recycelten Baustoffs verschlechtern, deshalb verlangen Entsorger eine getrennte Sammlung.

Welche Kennziffer hat Zementestrich auf der Entsorgungsrechnung?

Zementestrich ohne Schadstoffe fällt unter die Kennziffer 17 01 01 (Beton) und lässt sich in der Regel als Baustoffrecyclingmaterial verwerten. Sind Dämmung, Folien, Holz oder andere Fremdstoffe beigemischt, gilt stattdessen Baumischabfall mit der Kennziffer 17 09 04.

Wie erkenne ich, ob im alten Estrich Asbest steckt?

Am Aussehen lässt sich Asbest im Estrich nicht erkennen. Magnesitestrich kann bis zu 7 Prozent seines Gewichts an Asbest enthalten. Bei Baujahr vor 1993 und Verdacht auf Magnesitestrich klärt eine Materialprobe durch eine Fachfirma für Schadstoffsanierung die Faserfreiheit vor dem Abbruch.

Kann ich Estrich selbst entfernen und den Container selbst befüllen?

Ja, bei kleinen Flächen und unbewehrtem Estrich ohne Asbestverdacht können Sie Estrich selbst entfernen und den Container selbst befüllen. Sie müssen Zement- und Anhydritestrich getrennt sammeln und den passenden Container für Bauschutt oder Gipsabfall bestellen. Bei Verdacht auf Asbest, bei großen Flächen oder bewehrtem Estrich übernimmt das ein Fachbetrieb.

Was kostet die Entsorgung von Estrichschutt pro Tonne?

Sortenreiner Zementestrich kostet 30 bis 60 Euro je Tonne, sortenreiner Anhydritestrich 80 bis 150 Euro je Tonne. Estrich mit Fremdstoffen wie Dämmung, Folien oder Holz kostet 150 bis 250 Euro je Tonne. Die Preise gelten für Stand Februar 2026.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. AVV, Anlage (zu Paragraf 2 Absatz 1) Abfallverzeichnis, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  2. Steckbrief 25.2 Estriche, Abfallschlüssel, Zusammensetzung und Entsorgungswege (Stand 01.01.2017), Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW),
  3. Estrich entsorgen, Arten, Kosten und rechtliche Einordnung (Stand 1. Februar 2026), Containerdienst-Portal,
  4. Estrich entfernen, Kosten 2026, Wir verlegen Estrich,
  5. Estrich entfernen, mit diesen Kosten müssen Sie rechnen, Kostencheck,
  6. Estrich entfernen, Methoden und Kosten, Fliesenleger.net,

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Stand dieser Angaben: 26. September 2026.